Konzert im Rahmen der jüdischen Kulturtage

Ensemble Noisten in Solingen – Konzert im Rahmen der jüdischen Kulturtage RheinRuhr 2019

Im Rahmen der jüdischen Kulturtage trat das Ensemble Noisten im Konzertsaal des Stadttheaters Solingen auf. Eingeladen hatte die Stadt Solingen und die jüdischen Kulturtage Rhein / Ruhr. Wir spielten unser Programm „Klezmer trifft Derwisch trifft Orgel – Ein jüdisch-islamisch-christlicher Dialog“. Das Programm bietet eine ganz spezielle Melange bestehend aus jüdischer Klezmer-Musik, Sufi-Weisen aus dem Islam und christlicher Orgelmusik, z.B. Johann Sebastian Bach. Bewusst setzten wir die Musikstücke der jeweiligen Religionskulturen respektvoll vor ihrer eigenen Identität hintereinander und wagten bei einigen Stücken den musikalischen Dialog zwischen Orgel, Neyflöte und Klezmerband.

Jüdische Kulturtage – Spannender musikalischer Dialog
Eines der Lieblingsstücke dieser Art unseres Klarinettisten Reinald Noisten ist „Tanz Jerusalem“ – Treffen sich ein Rabbi, ein Imam und ein Pfarrer in Jerusalem und diskutieren nicht, sondern sie tanzen … Orgel und Klezmerklarinette beginnen mit einem improvisatorischen Dialog. Diesen Dialog spinnen Neyflöte und Orgel unterstützt von Handtrommel Ghanjira und Bouzouki weiter. Der gemeinsame Klezmertanz folgt, erst schreitend und zum Schluss wirbelnd, freudig furios.

Jüdische Kulturtage – Orgel setzt Akzente
Es hat große Freude gemacht, mit der Solinger Klais-Orgel zusammen zu musizieren. Danke an alle Mitmusiker, dem Organisten Robert Mäuser, dem Neyflötisten Murat Cakmaz und natürlich dem Derwischtänzer Talip Elmasulu. Seit mehreren Jahren führen wir gemeinsam dieses Programm auf und jeder Auftritt ist für uns ein Erlebnis.

Am 28.4.19 gastieren wir mit diesem Programm in der Konzertkirche Neubrandenburg mit ihrer neuen Orgel, wir freuen uns schon drauf.
Unser Dank gilt auch dem Solinger Kulturamt und den Jüdischen Kulturtagen Rhein / Ruhr für die

Übrigens: Die jüdischen Kulturtage dauern noch bis zum 14.4.19.
insgesamt gibt es über 200 Veranstaltungen in 15 Städten.
Schaut mal vorbei, es lohnt sich.

mehr unter www.juedische-kulturtage.de
Euer Ensemble Noisten

 

Ensemble Noisten präsentiert Weltmusik in der Margarethenkirche

© Krumm

Kierspe – Fein gewürzte Weltmusik mit dem Hauptgericht „Global Klezmer“ erlebten die Besucher am Samstagabend in der Margarethenkirche. Auf Einladung des Kulturvereins KuK war das „Ensemble Noisten“ zu Gast.

Reinald Noisten spielte Klarinette, das klassische Instrument des Klezmer, und griff immer mal wieder zu deren herrlich sonorer Schwester, der Bassklarinette. Andreas Kneip bediente den mächtigen Kontrabass und – nur gelegentlich – die kleine Ukulele. Claus Schmidt legte seine Gitarre immer mal wieder für die griechische Bouzouki beiseite, und Devakuruparan Shanmugalingam bediente auf mitreißende Art und Weise eine ganze Batterie von verschiedenen Percussion-Instrumenten – von der indischen Tabla bis zur westafrikanischen Djembé. Allein diese Trommeln spannten schon ein weites musikalisches Weltpanorama auf.

Mit dem „Shiva Skotshne“, einem „Hüpftanz“ mit jiddischem Migrationshintergrund für den hinduistischen Gott Shiva, spannten die Musiker einen Bogen in den Kulturraum, dem die Tabla ursprünglich entsprang. Zu einem weiteren „Skotshne“ servierte Bassist Andreas Kneip eine musikalische Zwischenmahlzeit auf seiner Ukulele.
Das jüngste Album des Ensemble Noisten, das die meisten Stücke des Konzerts in der Margarethenkirche lieferte, zelebriert Assoziationen zwischen Essen und Musikhören: Das Titelbild von „Curry auf Oliven“ verwandelt die Früchte des Ölbaums in kleine Kopfhörer. Und so international wie die fotografisch in Szene gesetzte Küche blieb auch die Musik: Mit „Gesiebte Oliven“ ging es in den Mittelmeerraum und in die herrliche Welt schräger Rhythmen: „Gesiebt“ verwies auch auf den Sieben-Achtel-Takt der Komposition von Andreas Kneip. Mit dem jiddischen Gebräu „Bay a Glezele Mashke“ ging es gleichzeitig in die Welt des karibischen Rums und des Reggae von Jamaika. Der jiddische Schreittanz „Blaue Hora“ war Anlass für eine Würzung mit Blueselementen und damit einen Blitzbesuch in Nordamerika.

Europa war bestens vertreten durch den Klezmer, aber auch einen langsamen Walzer, der wirklich unglaublich langsam daherkam, während Reinald Noisten seine Bassklarinette seufzen ließ. Es konnte nicht überraschen, dass er einst einen Meisterkurs beim großen Klarinettisten Giora Feidman besucht hatte. Alle vier Musiker erfreuten das Publikum an einem bemerkenswerten Abend mit viel Spielfreude, präzisem Zusammenspiel und mitreißender Virtuosität. Und Reinald Noisten schmeckte das Ganze noch mit seinen vergnüglichen Einführungen in die gespielten Kompositionen ab.

Nur eine Frage blieb ungeklärt nach der „sauerländischen Premiere“ einer ganz neuen Komposition: „Wir suchen noch nach einem Titel“, erklärte Bernard Noisten und erntete zwei Vorschläge aus dem Publikum: „Im Land des Opiums“ und „Das lachende Sauerland“. Die Vorschläge zielten aber wohl eher nicht darauf ab, beide Titel-Ideen in eine enge Beziehung zu bringen. Mit munteren Klezmer-Klängen und dem ruhigen „Gute Nacht“ verabschiedeten sich die Musiker.

 

Vor Lebensfreude strotzende Musik

Mal schnell und laut, mal langsam und leise – unter dem Motto „Curry auf Oliven – Global Klezmer“ präsentierten die vier Musiker des Ensembles Noisten eine bunte musikalische Bandbreite.
© Scholle

Plettenberg – Es war ein Konzert, bei dem es die Zuhörer nur schwer auf den Sitzen hielt, weil die Rhythmen so eingängig waren, dass man aufstehen und dazu tanzen wollte. Das erlebten am Samstagabend die Besucher auf Einladung des Plettenberger Bachforums im gut besuchten Ratsaal. Unter dem Motto „Curry auf Oliven – Global Klezmer“ präsentierten die vier Musiker des Ensembles Noisten, wie vielfältig und wandlungsfähig die traditionelle jüdische Klezmer-Musik ist, indem sie diese mit anderen Musikstilen aus aller Welt kombinierten.

Mal schnell und laut, mal langsam und leise – erst zäh, dann leicht; ein immerwährendes auf und ab innerhalb eines einzigen Liedes, das die Zuhörer mitriss. Die Lieder des „Ensembles Noisten“ waren pulsierend und voller Lebensfreude, sie strotzen vor Wärme und ließen die Minusgrade draußen für einen Moment vergessen.

Bei dem Walzer „Shir“ bedurfte es gar nicht der Animation durch Reinald Noisten, sich einen lauen Sommerabend vorzustellen, mit dem Geliebten im Arm barfuß über eine Wiese tanzend – die Bilder entstanden von allein im Kopf. Wie auch beim Stück „Tacheles“, bei dem ein Schlagabtausch an Tönen den Zuhörern um die Ohren flog. Eine Diskussion, die aus dem Ruder gerät, abebbt, um dann noch einmal aufzuflammen. Die Bandbreite der Klezmer-Musik reiche laut Noisten von „überschwänglicher Lebensfreude bis tiefer Melancholie“, in jeden Fall sei sie „sehr emotional“.

Als Grundlage aller Lieder des Ensembles dienten mündlich überlieferte und Anfang des 20. Jahrhunderts schriftlich fixierte Melodien. Diese arrangierten die Musiker so, wie sie ihnen gefielen, gepaart mit karibischen, afrikanischen oder indischen Einflüssen, ganz im Stil der klassischen Klemzer-Musik, die im Laufe der Jahrhunderte auch immer wieder neue Formen angenommen hat. Heraus kamen individuelle Kompositionen. Bei „Scharfer Freylach“ handelte es sich um fröhliche Tanzmusik, bei „Blaue Hora“ hingegen um einen Schreittanz mit Blues-Elementen; „Skotshne“ betitelte wiederum einen Hüpftanz.

Die im Takt wippenden Füße und mitschwingenden Oberkörper nicht weniger Zuhörer legen die Vermutung nahe, dass so mancher gerne die Stühle beiseite geschoben und das Tanzbein geschwungen oder sich einfach im Kreis gedreht hätte. Auf so viel Einsatz musste zwar verzichtet werden, doch beim Stück „Gesiebte Oliven“ war das Publikum angehalten, im 7/8-Takt mitzuklatschen – gar nicht so leicht, wie sich schnell herausstellte. Mit umso größerer Begeisterung wurde das Trommelsolo von Shanmugalingam Devakuruparan aufgenommen, dessen Hände über die verschiedenen Trommeln flogen und der durch einen einzigen Fingerschlag einen unglaublichen Klang erzeugen konnte.

Die Schlaginstrumente weckten beim Publikum solche Neugier, dass einige sich in der Pause und nach Abschuss des Konzerts Tabla und Mirudangam, Hand- und Maultrommel genauer ansahen und erklären ließen. Viel zu schnell war das Konzert im Ratssaal vorbei, doch es herrschte die einhellige Meinung, ein ganz besonders schönes Kleinod musikalischen Könnens erlebt zu haben.

Radiobeitrag WDR 5

Interview von Moderator Tom Daun

Melancholie, Lebensfreude und kraftvolle Melodien – dafür steht die CD “Tanz, Jerusalem!”. Mit der spannenden Veröffentlichung hat sich WDR 5 in einem eigenen Beitrag beschäftigt.

Neben einer kurzen Rezension bietet der Beitrag von Moderator Tom Daun ein Interview mit Reinald Noisten. Dabei sprachen beide über die musikalischen Hintergründe zu “Tanz, Jerusalem!”.

Musikstile sprengen in der Stadthalle religiöse Grenzen

Beim Auftakt der „Orgeltage“ standen Sufismus, Klezmer und Choräle auf dem Programm.

Lyrische Stimmung im Kulturforum

Nina Hoger und das Ensemble Noisten beeindrucken mit Klezmermusik und Lesung.
Artikel erschienen in der Linger Tagespost am 20.01.2014

Von den Wurzeln unseres Seins

Die Schauspielerin Nina Hoger liest, ein Derwisch tanzt.
Lessingfestival in Wolfenbüttel

Zeichen für den Frieden

Künstler verschiedener Religionen traten in der Klosterkirche Lippolsberg auf.
Artikel erschienen in der Hessischen Allgemeinen Hofgeismar/Wolfhagen am 20.07.2016

Musiklesung mit Hannelore Hoger

Am 1.11.18 waren meine Band und ich gemeinsam mit der Schauspielerin Nina Hoger im Theater Wismar zu einer Musiklesung geladen.
Nina Hoger musste absagen und es kam Ihre Mutter — Hannelore Hoger und es war großartig. Die Geschichten, die sie mit im Gepäck hatte, waren skurril und ziemlich lustig, Danke dafür und dank an Nina Hoger für die Vermittlung.

Wirbelnde Rockzipfel

Wirbelnde Rockzipfel

Die jüdischen Kulturtage bieten ihrem Publikum experimentellen Klezmer – und haben Erfolg damit

Der Derwisch tanzt zur Klezmer-Klarinette. Die Orgel flirtet mit der Neyflöte, und die Bouzouki palavert mit dem Kontrabass. Das alles passiert in der evangelischen Lutherkirche Erfurt unter Leitung des Klezmer-Quartetts Noisten aus Wuppertal.

Caroline Fischer, Managerin der 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur, hatte Sorge, dass das Thüringer Publikum in Gera und Erfurt dieses Konzert möglicherweise nicht annehmen würde. Vollkommen zu Unrecht, denn es gab jubelnden Applaus und stehende Ovationen.

»Klezmer trifft Derwisch trifft Orgel« war ein Konzert der Extraklasse. Der jüdisch-islamisch-christliche Trialog ist den Musikern perfekt gelungen. Das Publikum dankte für diesen Abend und fühlte sich noch auf dem Heimweg beschwingt.

DERWISCH Bei diesem Konzert dominierte die leichte Form des Klezmer. Schwermütige und melancholische »Musik für die Seele« gab es hier nicht, dafür aber beispielsweise den »Tanz Jerusalem«. Die Idee für diese Komposition ist schnell erzählt: Ein Rabbi, ein Imam und ein Pfarrer treffen sich in Jerusalem. Nein, sie diskutieren nicht – sie tanzen. Und wollen gar nicht mehr aufhören, erklärt der künstlerische Leiter Reinald Noisten die neue Komposition.

Die ist denn auch sehr beschwingt. Bassklarinette (Rainald Noisten) und Orgel (Robert Mäuser) spielen sich Fragen und Antworten zu – auf leichte und gekonnte Weise. Und der Derwisch (Talip Elmasulu) tanzt dazu. 200-mal dreht er sich zum Gesang des Neyflötisten Murat Cakmaz und zu der Percussion von Shan-Devakuruparanum die eigene Achse.

Letzterer schlägt selbst aus der Schale einer Kokosnuss jubelnde Töne heraus. Und abrupt steht der Derwisch still und verbeugt sich, als die Musik – eine Mischung aus Klezmer, Sufi und Bach – verstummt. Kein Schwindel, nicht einmal ein Wackler. Da braucht es wohl eine ungeheure Fähigkeit zur Meditation und Körperbeherrschung.

WELTRELIGIONEN Die Künstler, die gemeinsam die Musik der drei monotheistischen Weltreligionen auf die Bühne bringen, sind das erste Mal während der jüdisch-israelischen Kulturtage in Thüringen zu Gast. Und sie sind sichtlich angetan von einem Publikum, das den Klezmer seit Jahren schätzt und deshalb längst bereit ist für Experimente.

Denn statt der traditionellen Klezmer-Instrumente spielen hier neben der Klarinette auch die Bouzouki und die Gitarre (Claus Schmidt) sowie der Kontrabass (Andreas Kneip). Dafür gab es weder Akkordeon noch Geige. Das Publikum in Thüringen folgt dem Experiment in Gera und Erfurt ebenso enthusiastisch wie fröhlich.

Die Idee, Künstler in der Lutherkirche das Einigende in den Religionen spielen zu lassen, ohne Dissonanzen gänzlich zu umgehen, ist aufgegangen. Das Klezmer-Quartett und seine Gäste wird höchst wahrscheinlich erneut von den Organisatoren der jüdisch-israelischen Musiktage eingeladen werden. Die 25. Jüdisch-Israelischen Kulturtage in Thüringen gehen am 18. November mit einem Klezmer-Konzert rund um den Geiger Johannes Paul Grässer zu Ende.

www.juedische-kulturtage-thueringen.de

09.11.2017 – von Esther Goldberg